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Aktuelles Heft

Cover Orientierung 4/2016

Heft 4/2016: Vorurteile

Themenvorausschau

  • 1/2018 Assistenz
  • 2/2018 Guztes Benehmen
  • angedacht: Bundesteilhabegesetz

Orientierung

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Heft 4/2016: Vorurteile

Liebe Leserin, lieber Leser,

Marianne Vogt ist Mitglied im Bundesangehörigenbeirat (BaB) im BeB. Sie hat sich für uns umgehört bei Eltern von Kindern mit Behinderung:

  • „Im Krankenhaus. Unser Sohn Philipp war gerade ein halbes Jahr alt. Eine Krankenschwester sah von weitem, wie ich Philipp auf dem Arm hielt und sagte: ‚Wie süß, ein kleiner Junge.‘ Als ich ihr sein Gesicht zeigte, verwandelte sich schlagartig ihr Ausdruck von Fröhlichkeit in Trauer undAngst. Sie wandte sich ab und ging ohne ein Wort. Ihre Reaktion war für uns so erschreckend, dass mir der Atem stehen blieb. Noch heute, 17 Jahre später, kann ich dies nicht vergessen.“
  • „Wir fuhren unseren Sohn Simon, der das Down-Syndrom hat, in seinem Buggy spazieren. Mit seinen 5 Jahren füllt er ihn schon recht ordentlich aus. Von hinten näherte sich eine Gruppe jüngerer Kinder. Als sie den Wagen sahen, riefen sie erfreut: ‚Ein Baby‘ und rannten zu uns, um es anzusehen. Ihr Gesichtsausdruck wandelte sich schlagartig von Freude zu Entsetzen als sie unser ‚Riesenbaby‘ erblickten. Und schnell waren sie wieder weg.“
  • „Meine Tochter ist schwer mehrfach behindert, und ich schiebe sie in ihrem Rollstuhl oft spazieren. Wenn die Leute dann schauen und starren, würde ich ihnen am liebsten ein Bild von meinem Kind überreichen: ‚Hier, da können Sie sie in Ruhe zu Hause betrachten‘.“
  • „Kathrin ist 49 Jahre alt. Sie hat eine Hirnschädigung. Sie war immer ein lebhaftes Kind. So machte sie in den in den Geschäften oft das Spiel ‚Tür auf – Tür zu‘. Einmal fi el sehr laut die Bemerkung: ‚So ein unerzogenes Kind, hätte mal die Mutter ihr Kind nicht so verzogen‘.“
  • Ein 50-jähriger Mann mit Down-Syndrom wird nach dem Tod der über 80-jährigen Mutter in einer Wohnstätte aufgenommen. Die Mutter hat sich um ihren Sohn ein Leben lang gekümmert, was in den letzten Jahren – altersbedingt – nicht mehr durch viele Aktivitäten geprägt war. Die Worte zur Vorstellung des neuen Bewohners durch eine Heilpädagogin schmerzen: „Er kommt aus seinem monotonen Leben mit seiner Mutter in ein Leben voller Aktivität.“

Als Eltern und Geschwister von Kindern mit Behinderung sind diese Erfahrungen oft Alltag. Auch wenn nicht jedes „Gucken“ böse gemeint ist, versetzen diese Situationen einen Stich. Die Folge: Man zieht sich zurück, bestimmte Situationen versucht man zu meiden. Man wird dünnhäutig. Die Aussagen führen uns mitten hinein in das Thema Vorurteile: Mit unseren Bildern gehen wir auf die Welt, auf andere Menschen zu, haben Vor-Urteile, die zu Urteilen werden können. Denken Sie nach über Ihre Vor-Urteile. Die Artikel in dieser Orientierung geben Gedankenanstöße.

Ihr
Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial und Inhaltsverzeichnsi (PDF-Datei, 186 kb)

zum Inhalt von Heft 4/2016

Heft 3/2016: Ich bin wichtig! Personenzentrierung konkret.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

„Ich bin wichtig! Personenzentrierung konkret.“ Mit diesem Titel liegt die aktuelle Orientierung in Ihren Händen.

Was ist eigentlich Personenzentrierung? Diese Frage wird nicht in einem Grundsatzartikel geklärt, vielmehr zieht sie sich als Frage wie ein roter Faden durchs Heft. Am Ende der Ausgabe wird deutlich, bei Personenzentrierung geht es um ein Kaleidoskop vieler Elemente:

  • Träume wahr werden zu lassen (Seite 03)
  • gefördert und gefordert zu werden (Seite 04)
  • sich beteiligen zu können und sich wirksam zu erleben (Seite 05)
  • sagen können, was ich will (Seite 06)
  • Träume und Stärken kennen (Seite 08)
  • nicht zur selben Zeit dasselbe zu lernen wie alle anderen (Seite 11)
  • sich dialogisch, auf Augenhöhe zu begegnen (Seite 12)
  • persönliche Sichtweisen ernst zu nehmen (Seite 15)
  • das Leben „normal“ gestalten zu können (Seite 27)
  • Selbstwirksamkeit zu erleben (Seite 32)
  • ganz konkret kann es auch darum gehen, herauszufinden, welcher Arbeitsplatz am besten zu mir passt (Seite 34)
  • das eigene Hobby zu entdecken, dabei begleitet zu werden (Seite 35).

Personenzentrierung braucht dabei Wertschätzung (Seite 20). Personenzentrierung, Lebenswelt orientierung und Sozialraumorientierung müssen dabei immer gemeinsam gedacht werden (Seite 21).

Eine Gefahr: Der Begriff wird infl ationär genutzt. Personenzentrierung wird mit dem gleichgesetzt, was wir schon immer getan haben (Seite 32). Personenzentrierung – offenbar auch ein Begriff, der Widersprüche in sich trägt (Seite 38).

Machen Sie sich selber ein Bild und lassen Sie sich zwischendrin von Menschen beeindrucken, die darüber nachgedacht haben, wer sie sind, was sie ausmacht. Und am Ende? Versuchen Sie Menschen so zu sehen, wie sie selber gesehen werden wollen. Entdeckungsfreude beim Lesen wünscht

Martin Herrlich

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zum Inhalt von Heft 3/2016

Heft 2/2016: Kaffee oder Tee? Geschmack bilden - innehalten - auswählen

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Liebe Leserin, lieber Leser,

sehr gerne trinke ich eine gute Tasse Tee. Dabei ist das Besondere am Tee für mich, dass es eine schier unbegrenzt scheinende Möglichkeit an Sorten, an Bearbeitungen, an Mischungen gibt. Tee-Begriffe lassen mich einen Geruch oder einen Geschmack assoziieren. Bei Pfefferminz entsteht ein ganz anderes Bild als bei First Flush Darjeeling oder bei der Vorstellung eines grünen Gyokuro-Schattentees.

Dazu kommen noch die Vielzahl von Zubereitungsmöglichkeiten und Teegenusszeremonien. Japanisch? Oder ostfriesisch mit Kandis und Sahne, die vom Teelöffel tropfend ein wundersames Wolkenmuster im Ostfriesentee hinterlässt? Oder die schnelle Tasse aus dem Teebeutel?
Ostfriesentee umrühren? Auf gar keinen Fall! Oben genieße ich den schwarzen Tee mit leichter Sahne, unten in der Tasse wird es immer süßer. Und: Drei Tassen sind Ostfriesenrecht. So brachte es mir in meiner Jugend unsere ostfriesisch verwurzelte Nachbarin bei. Oder mein früherer HEP-Mitschüler, der mich erst darauf aufmerksam machte, dass Tee aus Tassen die innen hell sind, besser schmeckt, weil man die Farbe des Tees so sehen kann. Tasse, Tässchen, Humpen, Teeglas – auch hier ist dem Geschmack keine Grenze gesetzt. Und das Tollste am Tee: Er ermuntert mich zum Innehalten, zur Pause, zum Durchatmen. Auch einer guten Tasse Kaffee bin ich nicht abgeneigt. Gerne die italienische Variante, als schwarzer kleiner Espresso oder auch schon mal mit Milchschaum zum Cappuccino gestreckt. Wenn Filterkaffee, dann am liebsten mit Dosenmilch und optimal ein Stück Schwarzwälder Kirsch dazu.

Im Laufe meines Lebens war es mir vergönnt durch viel versuchen, kosten, probieren, begeistert sein und ablehnen meinen Geschmack zu fi nden. Heute kann ich selbst bestimmen, was ich gerne zum Trinken oder auch einfach als kleine Pause zum Genuss zu mir nehmen möchte. Tee oder Kaffee? Genau darum geht es auch in dieser Orientierung. Um Tee. Um Kaffee. Um Geschmack bilden, innehalten, auswählen.

Machen Sie sich doch ein Getränk Ihrer Wahl, genießen Sie schon die Zubereitung und tauchen Sie dann ein in das Heft – und in den Genuss des Getränks!

Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial (PDF-Datei, 459 kb)

zum Inhalt von Heft 2/2016

Heft 1/2016: Im Wandel – Demografie und Lebensphasen

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Im Wandel! Das ist dieser Orientierung deutlich anzumerken. Schon beim Blick auf die Titelseite haben Sie es vielleicht gemerkt: Irgendetwas ist anders. Beim Blättern durchs Heft wird sich dieser Eindruck verstärken! Die Orientierung hat einen äußerlichen Wandel vollzogen. 28 Jahre war es Fritz Keppler, der der Fülle an Texten, Bildern, Sinnsprüchen und Cartoons zu einem ansprechenden Layout verholfen hat. Nun – kurz vor seinem 80. Geburtstag – hat Fritz Keppler den Stab an seine Tochter übergeben. Anja Behrmann übernimmt den Betrieb des Vaters und wird für uns als Layouterin aktiv. Gemeinsam haben wir überlegt: Diesen Generationenwechsel soll man dem Heft auch äußerlich ansehen. Wir danken Fritz Keppler, der im Hintergrund handelnd ganz maßgeblich den Vordergrund der Orientierung gestaltet hat und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Anja Behrmann. (Seite 40).

Im Wandel! Bisher konnten Sie im Untertitel der Orientierung „Fachzeitschrift der Behindertenhilfe“ lesen. Wir verstehen die Orientierung als Plattform, die Anregungen zur Weiterentwicklung der Beglei tung von Menschen mit Unterstützungsbedarf gibt, als ein „Forum Behindertenhilfe“. Wir hoffen, dass sich irgendwann auch noch der Begriff BehindertenHILFE zeitgemäßer wandeln wird …

Im Wandel! Mit Dr. Esther Bollag verlässt eine langjährige Mitstreiterin im Redaktionskreis der Orientierung unsere Runde. Wir danken ihr! (Seite 38)

Im Wandel! Durch die älter werdenden Menschen, die weniger werdenden Kinder und die Menschen, die aus anderen Ländern und Kulturen zu uns kommen, verändert sich unsere Gesellschaft. Der demografi sche Wandel schwebt über uns. Manchmal fühlt er sich noch ganz weit weg an, manchmal sind wir schon mitten drin. Was tun wir um diesen zu gestalten? Welche Konzepte haben wir? Welchen Gestaltungsraum gibt er uns? Wie wandeln wir uns als Menschen in verschiedenen Lebensphasen? Welche Auswirkungen haben gesellschaftliche Veränderungen auf uns als Individuen in unseren Lebensabschnitten? Demografi e und Lebensphasen sind zwei Aspekte dieses Wandels, denen wir uns widmen.

Im Wandel! Was passt besser zu einer Orientierung voller Wandel, als ein Künstler, der in seinem Werk Baustellen und Baumaschinen im Fokus hat? „Die Roland Kappel Baumission ist wie eine echte Baufi rma. Wir konstruieren und bauen alles selbst. (…) Das muss getan werden.“ So der Künstler selber im Interview zu seinem Werk mit dem er eine Mission verfolgt: „Baumis´on“ nennt er sein Werk (Seite 41).

Auch wir können den Wandel gestalten. Mit schwerem Baugerät, manchmal aber auch ganz persönlich und in kleinen Taten. Lassen Sie sich von Wandelgeschichten inspirieren. Und schreiben Sie uns gerne, wenn Ihnen unser Wandel gefällt!

Viel Spaß beim Lust-Wandeln!

Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial (PDF-Datei, 92 kb)

zum Inhalt von Heft 1/2016

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