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Aktuelles Heft

Cover Orientierung 3/2017

Heft 3/2017: Ins Gespräch bringen - Kommunikation als Basis

Themenvorausschau

  • Heft 3/2018: Kultur
  • Heft 4/2018: Bundesteilhabegesetz

Orientierung

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Heft 3/2017: Ins Gespräch bringen - Kommunikation als Basis

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ulrich Nicklaus, Fortbildungsdozent an der Bundesakademie für Kirche und Diakonie (bakd), hat sich für uns bei Teilnehmenden aus der Weiterbildung „100x Zukunft" zum Thema „Führung und Kommunikation" umgehört: Kommunikation ...

  • ist Dreh- und Angelpunkt in der Führung. Ohne Kommunikation ist es nicht möglich, ein Ziel zu erreichen.
  • ist gekennzeichnet von Transparenz. Transparenz heißt auch, mal zu sagen: „Dazu kann ich gerade nichts sagen."
  • heißt nicht nur reden, sondern auch zuhören. n heißt, im Gespräch zu bleiben.
  • ist keine Einbahnstraße.
  • heißt, bereit sein, ein Feedback zu empfangen.
  • heißt, in der Lage zu sein, Zwischentöne wahr und ernst zu nehmen.
  • braucht Zeit. Und Raum.
  • braucht Regeln.
  • setzt Wertschätzung voraus.

Findet René Lehringer aus Herne.

„Gute Kommunikation ist für eine Organisation wie das Öl für einen Motor. Im Führungsalltag kommt es bei der Kommunikation mit Mitarbeitenden auf Wertschätzung und Klarheit an. Wenn Kommunikation nicht gelingt, liegt es meistens an den Schnittstellen." Sagt Martina Dulleck-Blumenröhr, Soest.

„Wer fragt, der führt! Haben Sie sich schon mal gefragt, wohin das führt? Fragen Sie nicht – führt zu nichts – oder doch?" Meint Ralf Küssner aus Lemgo.

In diesem Heft geht es um Kommunikation, die Basis, um ins Gespräch zu kommen.

Wie wünschen sich Menschen mit Unterstützungsbedarf Kommunikation? Welche Erfahrungen machen sie? Wie funktioniert Kommunikation im Betrieb zwischen Mitarbeiter(innen)? Was tun Organisationen der Behindertenhilfe, um eigene Kommunikation zu stärken? Wie kommunizieren wir unser (diakonisches) Profil nach außen, z. B. um uns als Arbeitgeber attraktiv zu machen? Wie ver ändert sich Kommunikation durch neue Medien?

Auch die Orientierung ist ein Medium der Kommunikation. Das Heft ist breit geworden. Wir denken für jeden kann etwas dabei sein.

„Wer klug ist, wird im Gespräch weniger an das denken worüber er spricht, als an den, mit dem er spricht." (Arthur Schopenhauer)

Wir hoffen, das ist uns gelungen!

Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial und Inhaltsverzeichnsi (PDF-Datei, 76 kb)

zum Inhalt von Heft 3/2017

Heftcover

Heft 2/2017: innovativ

Liebe Leserin, lieber Leser,

was ist eigentlich innovativ?

Diese Frage hat uns in der Redaktion beschäftigt, als die ersten Artikel für das Heft bei uns landeten.

Innovationen werden als geplante und kontrollierte Veränderungen beschrieben, als Neuerungen in einem Bereich.

Innovationen entstehen durch neue Ideen. Altes wird durchbrochen. Es geht um Neues, um Reformen, um fortschrittliche, vorausdenkende Lösungen.

In den im Heft vorgestellten Projekten werden Neuerungen beschrieben – aber Innovationen? Ist das nicht mehr? Ist das, was dargestellt wird nicht langsam fl ächendeckend schon Standard in der Behindertenhilfe? Und muss wirklich alles mit Inklusion verknüpft sein? Wird allein durch die Nutzung dieses Begriffs ein Handeln innovativ?

Zwei Grundsatzartikel im Heft fragen nach Innovation im sozialen Bereich.

Bei Schöttler (Seite 05 bis 07) ist zu lesen: Es gibt gar keine anerkannte Defi nition von Innovation. Innovation braucht Ressourcen. Innovation braucht Risikobereitschaft. Innovationspotential entsteht in Widersprüchen.

Seelos stellt fest, dass für Innovationen Ressourcen in Ideen investiert werden müssen, ohne zu wissen, welche Resultate daraus entstehen. Er spricht von einer notwendigen Lernerwartung statt einer Erfolgserwartung. Innovationen entstehen in einer Kultur der konstruktiven Unzufriedenheit und sind mit einer hohen Fehlerrate verbunden (Seite 03 bis 04).

Im Lesen all der Artikel wurde nach und nach deutlicher: Innovation hängt offenbar auch von den jeweiligen Umständen ab. Was dort heute als innovativ erlebt wird, ist an anderer Stelle schon lang bekannter „kalter" Kaffee.

Es reicht offensichtlich nicht, das Wasser anzuschauen, um den See zu überqueren (wie es auf der Rückseite der Orientierung heißt). Für eine Überquerung muss man die Ärmel hochkrempeln, die Badehose anziehen oder sich vielleicht einfach ins kalte Wasser schmeißen. Anfangen zu schwimmen, Erfahrungen sammeln, nicht zwingend Erfolge verbuchen, aber Lernen erleben. Man muss Richtung ausloten. Bekanntes verlassen. Routinen aufgeben. Schritte gehen. Und seien Sie auch
noch so klein.

Viel „Innovationspotential in Widersprüchen" bei der Lektüre wünscht

Ihr

Martin Herrlich

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zum Inhalt von Heft 2/2017

Heftcover Heft 1/2017: mobil

Liebe Leserin, lieber Leser,

Donnerstagmorgen. 6:15 Uhr, der Wecker klingelt. Dreimal räkeln im Bett, aufstehen, Sohn wecken. Morgengymnastik, Körperpfl ege. Frühstück. Morgenhektik. Alle müssen los. Schule und Arbeit rufen. Mich ruft der Orientierungsredaktionskreis. 7:20 muss ich auf dem Rad sitzen, dann reicht es gut bis zum Bahnhof. Draußen sieht es nach Regen aus. Sind wirklich alle Fenster zu? Schnell das Gepäck aufs Rad. 7:30 rolle ich los. Muss ich ein wenig mehr Watt auf die Kurbel legen ... 7:55 Ankunft am Bahnhof. Rad im „Fahrradkäfig" verstauen und ab auf den Bahnsteig, auf den der Zug gerade einrollt. Hat noch geklappt, denke ich erleichtert.

Am Bahnsteig sehe ich erste irritierte Gesichter. Mehr zufällig entdecke ich das Laufband mit der Information, dass Zugnummer Soundso, Richtung Nürnberg, Abfahrt 7:59 Uhr Gleis 3, heute leider ausfällt. Stattdessen fährt heute außergewöhnlich ein Ersatzzug die halbe Strecke. Abfahrt 7:59 Uhr, Gleis 3. Was heißt das jetzt? fragen sich alle. Macht es Sinn den Zug zu nehmen. Wird wohl noch eine Durchsage kommen? Kommt nicht! Ein Mensch der nach Ahnung aussieht ist auch nirgends zu entdecken. 7:58 Uhr steigt der Zugbegleiter aus. Strategisch günstig ganz am Anfang des Zuges; optimal weit weg von den Menschen mit fragenden Gesichtern. Eine Frau spurtet los, winkt. Der Schaffner, schon die Pfeife im Mund, wartet. Kurzer Austausch. Sie steigt ein. Alle weiteren Fragenden werten das als gutes Zeichen. Schnell rein in den Zug. Ein Pfiff, die Türen sind zu. Es gibt kein zurück. Im Zug ist es leer. Auch niemand, den man Fragen könnte. Durchsage? Fehlanzeige. Stattdessen am nächsten Bahnhof der Ortsname und dass sich der Ausstieg heute (wie immer) rechts befindet.

Plötzlich, der Schaffner naht. Er bahnt sich seinen Fahrkarten kontrollierenden Weg. Gleich bin ich dran. Doch kurz zuvor, doch noch eine Ansage über Lautsprecher. Nächster Halt, Ausstieg rechts, bitte alle aussteigen, dieser Zug endet dort. Reisende nach Nürnberg haben Anschluss auf Gleis 2, durch die Unterführung. Wann wird vorsichthalber verschwiegen. Alle ahnen: Es wird knapp. Jeder wappnet sich auf seine Art. Schnappt das Gepäck, macht sich laufbereit. Die Älteren atmen schon tief, bevor es losgeht. Adrenalin pur, wie beim Startschuss vor einem wichtigen Rennen. Der Zug hält, alle Energie ist auf laufen gerichtet. Die Tür lässt sich nicht öffnen... Wieder dieser fragend-irritierte Blick in meinem Gesicht und um mich herum. Wird es noch klappen? Dank mehrerer Versuche des jungen Herrn an vorderster Front springt die Tür endlich auf. Alle rennen. Ausgerechnet jetzt reißt der älteren Dame neben mir der Henkel an der Tasche. Sie bleibt stehen, genau vor der Tür. Die Masse droht sie zu zerquetschen. Ich schnappe ihren Koffer. Ein kurzer Blick. Ja, auch Gleis 2. Worte sind nicht nötig. Wir rennen los. Ich spüre ihren schweren Atem in meinem Nacken.

Wir sind oben. Auf Gleis 2. Der Zug steht noch. Immerhin. Jetzt nichts wie rein. Vielleicht wird ja doch noch alles gut? Der Zug nach Nürnberg verhält sich ungewohnt unauffällig. Nicht mal ein Schaffner lässt sich blicken. Dann Nürnberg: Der Zug ist vor der geplanten Zeit des ursprünglichen Zuges da. War alle Aufregung umsonst? Gemütlicher Gang von Gleis 18 auf 6. Dort ist der ICE schon angekündigt. Noch 5 Minuten. Pünktlich zur Abfahrtszeit dann die Durchsage, dass der Zug heute ausnahmsweise auf Gleis 4 startet. Ich begegne wieder der älteren Mitreisenden. Wir lächeln uns an. Von 6 auf 4? Das sind doch Peanuts.

mobil heißt diese Ausgabe der Orientierung. Es geht um Unterwegs-Sein, um Hilfsmittel, um Barrieren, um Inklusion, um Selbständigkeit. Um langsam oder schnell. Und um Paris. Machen Sie sich auf die Reise, bewegen sie sich einmal quer durchs Heft.

Ihr
Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial und Inhaltsverzeichnsi (PDF-Datei, 109 kb)

zum Inhalt von Heft 1/2017

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Heft 4/2016: Vorurteile

Liebe Leserin, lieber Leser,

Marianne Vogt ist Mitglied im Bundesangehörigenbeirat (BaB) im BeB. Sie hat sich für uns umgehört bei Eltern von Kindern mit Behinderung:

  • „Im Krankenhaus. Unser Sohn Philipp war gerade ein halbes Jahr alt. Eine Krankenschwester sah von weitem, wie ich Philipp auf dem Arm hielt und sagte: ‚Wie süß, ein kleiner Junge.‘ Als ich ihr sein Gesicht zeigte, verwandelte sich schlagartig ihr Ausdruck von Fröhlichkeit in Trauer undAngst. Sie wandte sich ab und ging ohne ein Wort. Ihre Reaktion war für uns so erschreckend, dass mir der Atem stehen blieb. Noch heute, 17 Jahre später, kann ich dies nicht vergessen.“
  • „Wir fuhren unseren Sohn Simon, der das Down-Syndrom hat, in seinem Buggy spazieren. Mit seinen 5 Jahren füllt er ihn schon recht ordentlich aus. Von hinten näherte sich eine Gruppe jüngerer Kinder. Als sie den Wagen sahen, riefen sie erfreut: ‚Ein Baby‘ und rannten zu uns, um es anzusehen. Ihr Gesichtsausdruck wandelte sich schlagartig von Freude zu Entsetzen als sie unser ‚Riesenbaby‘ erblickten. Und schnell waren sie wieder weg.“
  • „Meine Tochter ist schwer mehrfach behindert, und ich schiebe sie in ihrem Rollstuhl oft spazieren. Wenn die Leute dann schauen und starren, würde ich ihnen am liebsten ein Bild von meinem Kind überreichen: ‚Hier, da können Sie sie in Ruhe zu Hause betrachten‘.“
  • „Kathrin ist 49 Jahre alt. Sie hat eine Hirnschädigung. Sie war immer ein lebhaftes Kind. So machte sie in den in den Geschäften oft das Spiel ‚Tür auf – Tür zu‘. Einmal fi el sehr laut die Bemerkung: ‚So ein unerzogenes Kind, hätte mal die Mutter ihr Kind nicht so verzogen‘.“
  • Ein 50-jähriger Mann mit Down-Syndrom wird nach dem Tod der über 80-jährigen Mutter in einer Wohnstätte aufgenommen. Die Mutter hat sich um ihren Sohn ein Leben lang gekümmert, was in den letzten Jahren – altersbedingt – nicht mehr durch viele Aktivitäten geprägt war. Die Worte zur Vorstellung des neuen Bewohners durch eine Heilpädagogin schmerzen: „Er kommt aus seinem monotonen Leben mit seiner Mutter in ein Leben voller Aktivität.“

Als Eltern und Geschwister von Kindern mit Behinderung sind diese Erfahrungen oft Alltag. Auch wenn nicht jedes „Gucken“ böse gemeint ist, versetzen diese Situationen einen Stich. Die Folge: Man zieht sich zurück, bestimmte Situationen versucht man zu meiden. Man wird dünnhäutig. Die Aussagen führen uns mitten hinein in das Thema Vorurteile: Mit unseren Bildern gehen wir auf die Welt, auf andere Menschen zu, haben Vor-Urteile, die zu Urteilen werden können. Denken Sie nach über Ihre Vor-Urteile. Die Artikel in dieser Orientierung geben Gedankenanstöße.

Ihr
Martin Herrlich

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zum Inhalt von Heft 4/2016

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