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Orientierung

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Heft 2/2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie schon einmal anstandshalber jemanden besucht? Dann haben Sie das eigentlich nur getan, um die Form zu wahren. Aus reiner Höfl ichkeit haben Sie sich auf den Weg gemacht. Sie wollten die Etikette aufrechterhalten. Sie haben mit Ihrem Besuch die Regeln eingehalten – ohne unbedingt mit dem Herzen dabei zu sein?

In dieser Orientierung geht es ums gute Benehmen. Woran erkennt man das? Wenn ich jemanden – gendergerecht, egal ob Mann oder Frau – die Tür aufhalte, oder in die Jacke helfe? Haben Sie heute Morgen die Kollegin freundlich gegrüßt? Sind Sie Ihrer Chefi n vorhin in der Besprechung schon wieder ins Wort gefallen? Haben Sie während einer Besprechung aufs Smartphone geschaut, während Sie vermeintlich mit anderen Personen im Raum im Gespräch waren? Verteilen Sie gelegentlich Handküsse? Rauchen Sie, während Sie einen Rollstuhlfahrer vor sich her schieben?

Von wem haben Sie eigentlich das Höfl ich-Sein gelernt? Ist sich Benehmen heute überhaupt noch angesagt, oder ist das mega-out? Welche Verhaltensregeln gelten eigentlich noch? Welche sind veraltet? Ärgern Sie sich manchmal über rüpelhaftes Verhalten – bei den anderen? Und ist das nicht letztlich alles eine Frage der Generationen?

„Ich habe keine Hoffnung mehr für die Zukunft unseres Volkes, wenn sie von der leichtfertigen Jugend von heute abhängig sein sollte. Denn diese Jugend ist ohne Zweifel unerträglich, rücksichtslos und altklug. Als ich noch jung war, lehrte man uns gutes Benehmen und Respekt vor den Eltern. Aber die Jugend von heute will alles besser wissen."

Das Thema scheint uralt zu sein. Diese Gedanken stammen von Hesiod, einem griechischen Dichter und wurden von ihm schon 700 vor Christus gedacht.

Uns freut es, wenn Sie heute durch die aktuelle Orientierung schauen. Und sei es auch nur anstandshalber. Vielleicht schreiben Sie uns ja – aus Höfl ichkeit – welcher Artikel Ihnen besonders gefallen hat?

Wir wünschen auf jeden Fall viel Spaß bei der Lektüre und schreiben das nicht nur aus Anstand! Ihr

Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial und Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei, 135 kb)

zum Inhalt von Heft 2/2018

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Heft  1/2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

Assistenz oder Begleitung?
Die einen sagen, Assistenz geht nur bei Menschen, die mitteilen können, was sie wollen, die ihren Assistent(innen) klare Anweisungen geben können, was zu tun ist. Der Assistent bringt dann die eingeforderte Unterstützung. Assistenz heißt also „auf Wunsch zur Hand gehen“. Assistenz in diesem Sinne setzt eine Menge von Kompetenzen bei der Assistenznehmerin voraus. Sind diese Kompetenzen bei einer Person nicht erkennbar ist – in Abgrenzung zur Idee von Assistenz Begleitung oder Unterstützung notwendig. Begleitung heißt dann, empathisch herauszufi nden, welche Lebensqualitätsvorstellung die Person haben könnte und welche Unterstützung dieser Mensch benötigt, auch ohne dass er sie klar selber formulieren kann. Der Unterstützer muss diese Begleitung individuell auf die Person bezogen fachlich begründen und gestalten.

Assistenz für alle?
Die Idee von Assistenz sagen die anderen – gilt für alle. Sie muss übertragen gedacht werden, auch auf die Personen, die eben nicht direkt einfordern können, welche Unterstützungsleistung sie benötigen. Aufgabe von Fachkräften ist es, sich in die Lebensqualitätsvorstellung der begleiteten Menschen so einzudenken, dass sie auch denen, die es nicht ausdrücklich und eindeutig einfordern können, Assistenz bieten können. Dabei gilt der Anspruch auf Selbstbestimmung und Assistenz als Leitprinzip für alle Menschen mit Unterstützungsbedarf. „Dabei darf es in den Köpfen und in der Praxis keine neuen Ausgrenzungen von Menschen geben, die als ‚assistenzunfähig‘ gelten.“ (Friebe, Seite 05)
In diesem Heft fi nden Sie keine klaren Antworten auf das richtig oder falsch in dieser Frage. Sie fi nden aber eine Fülle von Beispielen, in denen Assistenz beschrieben, dargestellt und hinterfragt wird.
Gusti Steiner, einer der Vorkämpfer um eine Assistenzidee, hat schon 1999 gesagt: „Man verändert nicht die Praxis, Behinderte in Heime und Anstalten auszugrenzen, nennt aber die WärterInnen inhaltsentleert Assistent(innen).“ 1

Gute Auseinandersetzung wünscht

Martin Herrlich

1 Steiner, Gusti: Selbstbestimmung und Assistenz. Hier zitiert nach: http://bidok.uibk.ac.at/library/gl3-99-selbstbestimmung.html#idp5978976, entnommen am 06.12.2017

PDF-Icon Editorial und Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei, 110 kb)

zum Inhalt von Heft 1/2018

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Heft 4/2017: angehörig

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Mobile ist ein „hängend zu befestigendes, durch Luftzug bewegtes Gebilde".

Ist ein Mobile ein passendes Bild für das Stichwort „angehörig"? Man ist aneinander angeschlossen, irgendwie verbunden und die Verbindung ist in Bewegung?

In dieser Orientierung finden Sie sehr persönliche Eindrücke, wie ein Familien-Mobile in Bewegung kommt, wenn das Phänomen Behinderung eine Rolle spielt. Sie lesen, wie angehörig zwischen Angehörigen und professionellen Unterstützungssystemen gestaltet werden kann. Welche Wege gibt es, sich einzubringen? Wie gestaltet sich angehörig, wenn Mama oder Papa eine Beeinträchtigung haben? Welche Unterstützungsangebote gibt es hier? Sind Männer besondere Angehörige? Was tun, wenn ein starker Wind ein angehörig-Mobile durcheinanderwirbelt? Was passiert, wenn ein Element des Mobiles ausfällt? Wie geht es dann weiter?

Viele subjektive Perspektiven zum Thema angehörig kommen im Heft zu Wort. Es wird deutlich, was „angehörig-Sein" bedeutet. Wir hoffen mit diesem Heft zu einem Perspektiven-Verständnis beizutragen.

Vielleicht gelingt es dieser Orientierung, wie ein Luftzug durch Ihr Gedanken-Mobile zu streifen.

Viel Freude bei der Lektüre wünscht

Martin Herrlich

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zum Inhalt von Heft 4/2017

 

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Heft 3/2017: Ins Gespräch bringen - Kommunikation als Basis

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ulrich Nicklaus, Fortbildungsdozent an der Bundesakademie für Kirche und Diakonie (bakd), hat sich für uns bei Teilnehmenden aus der Weiterbildung „100x Zukunft" zum Thema „Führung und Kommunikation" umgehört: Kommunikation ...

  • ist Dreh- und Angelpunkt in der Führung. Ohne Kommunikation ist es nicht möglich, ein Ziel zu erreichen.
  • ist gekennzeichnet von Transparenz. Transparenz heißt auch, mal zu sagen: „Dazu kann ich gerade nichts sagen."
  • heißt nicht nur reden, sondern auch zuhören. n heißt, im Gespräch zu bleiben.
  • ist keine Einbahnstraße.
  • heißt, bereit sein, ein Feedback zu empfangen.
  • heißt, in der Lage zu sein, Zwischentöne wahr und ernst zu nehmen.
  • braucht Zeit. Und Raum.
  • braucht Regeln.
  • setzt Wertschätzung voraus.

Findet René Lehringer aus Herne.

„Gute Kommunikation ist für eine Organisation wie das Öl für einen Motor. Im Führungsalltag kommt es bei der Kommunikation mit Mitarbeitenden auf Wertschätzung und Klarheit an. Wenn Kommunikation nicht gelingt, liegt es meistens an den Schnittstellen." Sagt Martina Dulleck-Blumenröhr, Soest.

„Wer fragt, der führt! Haben Sie sich schon mal gefragt, wohin das führt? Fragen Sie nicht – führt zu nichts – oder doch?" Meint Ralf Küssner aus Lemgo.

In diesem Heft geht es um Kommunikation, die Basis, um ins Gespräch zu kommen.

Wie wünschen sich Menschen mit Unterstützungsbedarf Kommunikation? Welche Erfahrungen machen sie? Wie funktioniert Kommunikation im Betrieb zwischen Mitarbeiter(innen)? Was tun Organisationen der Behindertenhilfe, um eigene Kommunikation zu stärken? Wie kommunizieren wir unser (diakonisches) Profil nach außen, z. B. um uns als Arbeitgeber attraktiv zu machen? Wie ver ändert sich Kommunikation durch neue Medien?

Auch die Orientierung ist ein Medium der Kommunikation. Das Heft ist breit geworden. Wir denken für jeden kann etwas dabei sein.

„Wer klug ist, wird im Gespräch weniger an das denken worüber er spricht, als an den, mit dem er spricht." (Arthur Schopenhauer)

Wir hoffen, das ist uns gelungen!

Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial und Inhaltsverzeichnsi (PDF-Datei, 76 kb)

zum Inhalt von Heft 3/2017

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